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Weniger ist oftmals mehr

Wie Verbraucher mit Rabattaktionen irregeführt werden

Wer die altgediente Küche gegen eine moderne austauschen möchte, der lässt sich womöglich schnell auf die großzügigen Versprechen großer Möbelhäuser ein: Regelmäßig liegen die bunten Werbeprospekte mit vermeintlich unschlagbaren Angeboten im Briefkasten – versprochen wird teilweise bis zu 60 Prozent Rabatt. Das klingt verlockend und viele Verbraucher mögen den Versprechen Glauben schenken. Doch, der Schein trügt und das gleiche Produkt ist beim Fachhändler oft günstiger als beim Möbeldiscounter – auch ohne Rabatt.

Dass Rabattaktionen Kunden locken sollen, ahnen wohl die meisten Verbraucher. Dennoch glauben viele den Versprechen, ohne die Preise verschiedener Anbieter genauer zu vergleichen. Oftmals gibt es jedoch signifikante Preisunterschiede, wie die „MDR-Umschau“ in einem Test beweisen konnte.

Der Test sah vor, den Preis für eine frei geplante Markenküche von einem Fachhändler kalkulieren zu lassen. Mitsamt hochwertiger Elektrogeräte sowie Lieferung und Montage kommt der Fachhändler auf einen Preis von knapp unter 10.000 Euro. Mit diesem Betrag könne man gut arbeiten, wie die Geschäftsführung erläutert und die Marge sei zudem mehr als ausreichend, vorausgesetzt man verkaufe genügend Küchen.

Trotz Rabatt viel teurer

Um einen plausiblen Vergleich anstellen zu können, sollen die Preise für das gleiche Modell des gleichen Herstellers mit identischen Geräten eingeholt werden. Jedoch wird nun von zwei namhaften Möbelhäusern kalkuliert, die im Vorfeld mit großen Rabattaktionen in ihren Prospekten geworben hatten. Die Werbeversprechen lauteten beispielsweise so: 60 Prozent Rabatt auf Markenküchen und zusätzlich wird beim Kauf sogar die Mehrwertsteuer von 19 Prozent erlassen – Lieferung und Montage selbstverständlich inklusive.

Das Ergebnis ist alarmierend: Beide Möbelhäuser kalkulierten den Endpreis trotz der „großzügigen“ Rabatte jeweils rund 30 bis 40 Prozent höher, als der Fachhändler veranschlagt. Ein Anbieter verlangt einen Preis von knapp 14.000 Euro, erweist sich jedoch vermeintlich großzügig, indem er eine Kaffeemaschine obendrauf legt. Ein anderes bekanntes Möbelhaus kommt auf einen ähnlichen Betrag: 13.300 Euro sowie ein Warengutschein im Wert von 300 Euro. Besonders perfide ist die Tatsache, dass dem Kunden kaum Zeit zum Überlegen bleibt. Die Preise würden sehr variieren, ähnlich wie bei Benzin, und so müsse sich der Kunde sehr schnell entscheiden – am besten noch am gleichen Tag, sonst sei die Küche am folgenden Tag womöglich nicht mehr so „günstig“.

Kunden zahlen die Lockmittel

Der Fachhändler wiederum garantiert den kalkulierten Preis bis zum Jahresende und liegt trotz nicht gewährter Rabatte weit unter den Discountpreisen. Die günstige Preisbildung liegt zum einen daran, dass kleinere Fachgeschäfte weniger Verwaltungsaufwand sowie geringere Personal- und Betriebskosten haben und zum anderen, dass weniger oder mitunter keine Werbekosten entstehen. Diese Werbekosten wiederum werden bei den großen Möbelhäusern auf die Kunden übertragen, die dank der „unschlagbaren“ Preisangebote massenhaft zu den großen Verkaufsflächen pilgern.

Ein Besuch beim Fachhändler sowie ein umfangreicher Preisvergleich lohnt sich somit allemal und vielleicht erhält man ja auch beim Fachhändler auf Anfrage eine Kaffeemaschine dazu. Wirklich unschlagbare Angebote hingegen finden preisbewusste Verbraucher auf der Internetseite „www.mein-ausstellungsstueck.de“. Nahezu neue Möbel (Ausstellungsstücke), unter anderem auch Einbauküchen, zu stark reduzierten Preisen werden hier von Fachhändlern angeboten – ohne ihre Kosten auf den Kunden zu übertragen.

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